Der Hochmeister bei Beerdigung von Erzbischof Otčenášek
Karel Otčenášek (1920 - 2011) war eine besondere Persönlichkeit der tschechischen Kirche. Im April 1950 wurde er geheim, ohne Erlaubnis der kommunistischen Regierung, zum Bischof von Königsgrätz geweiht. 3 Monate später wurde er in einem der Konzentrationskloster, die sonst vor allem für die Ordensleute errichtet wurden, interniert und im Jahr 1954 wurde er in einem Schauprozess wegen Hochverrates zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt. Im Jahr 1962 wurde er nach einer Intervention Papst Johannes XXIII. freigelassen und hat anschließend in einer Molkerei in Ostböhmen gearbeitet. Nach einigen Jahren durfte er wieder als Priester wirken, allerdings nicht als Bischof, sondern als Pfarrer in einer kleinen Gemeinde außerhalb seiner Diözese in Nordböhmen. Nach der Wende 1989 wurde er rehabilitiert und durfte seine Diözese offiziell übernehmen. Im Jahr 1995 bekam er aufgrund seiner Verdienste um Demokratie und Menschenrechte die höchste tschechische staatliche Auszeichnung. Nach seiner Pensionierung 1998 verlieh ihm sein persönlicher Freund, Papst Johannes Paul II., zum Ausdruck besonderer Wertschätzung und Auszeichnung den Ehrentitel eines Erzbischofs. Ab März 2005 war Erzbischof Karel Otčenášek der dienstälteste Bischof der Weltkirche. Er widmete sich Dokumentationsarbeiten über die von den Kommunisten verfolgte Kirche in Tschechien; in der von ihm edierten Reihe „Kamínky" (Steinchen) wurden auch Texte über das Schicksal der Deutschordensschwestern in der kommunistischen Zeit veröffentlicht. Erzbischof Otčenášek hat sich immer auch zu einer freundschaftlichen Zuneigung zum Deutschen Orden bekannt, im Jahr 2004 feierte er mit der Ordensgemeinschaft das 800jährige Jubiläum der Gründung der Kommende in Troppau. R.I.P.
